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DAS RAUSCHEN IM SYSTEM
- Die traditionellen Wurzeln der Magie in der Heimat


Seit 1880 gab es keine Gesamtdeutsche Archäologische Ausstellung aller 16 Bundesländer. Nun präsentiert die Ausstellung „Menschen, Zeiten, Räume“ seit Dezember 2003 im Berliner Martin-Gropius-Bau die spektakulärsten und spannendsten archäologischen Entdeckungen und Ausgrabungsergebnisse der vergangenen 25 Jahre aus ganz Deutschland. 1975 waren die Landesarchäologen in Köln das letzte Mal an die Öffentlichkeit getreten und (unsere Schulklasse besuchte ihre Ausstellung) nannte sie „Das neue Bild der Alten Welt“.

Seit dem hat sich vieles gewandelt!

Heute, so hat den Anschein, muß die gesamte Landkarte der Vorgeschichte korrigiert werden. Bislang standen nur die Hochkulturen des Südens, das waren die Babylonier, die Ägypter und Minoer... im Mittelpunkt des Interesses. Sie galten als die Frontleute des Fortschritts. Neueste archäologische Entdeckungen aber belegen, dass auch die Urgermanen clevere Mathematiker und Kosmologen waren. Die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre, fügen sich wie ein Puzzle zu dem Bild einer Kultur, die zu dieser Zeit in Europa und der Welt einmalig war. Die neolithischen Baumeister müssen Kenntnisse in Geometrie, Mathematik, Astronomie und Spiritualität besessen haben, die uns moderne Menschen vor Staunen erblassen lassen.

Eines steht mit Sicherheit fest. Innerhalb der gallischen und keltischen Gesellschaft Westeuropas - die meist nie mehr als ein Flickwerk loser Bündnisse war, verkörperten die Druiden und in weiblicher Form die Druidinnen, die Disen des Hags, Hagedisen oder Hag’sen (von Römern in Hexen übersetzt) als Hüter, Heger und Bewahrer seherischer Fähigkeiten und der Prophetie, der Opfer, des rituellen Kalenders und der Poetik - all jene essentiellen Elemente, die den Kreis der Gemeinschaft des Volkes vereint und „den Ring ungebrochen“ hielten.

Auch im losen Stammesbündniss der Kelten, Gallier und Germanen erinnerte man sich an die Frau der Urzeit als ein höheres Wesen und wusste, dass sie einen besseren Draht zur Götterwelt hatte als der Mann. Denn, obgleich die Bibel später behaupten sollte: Am „Anfang war das Wort“ - überall auf der Welt finden sich Spuren einer anderen Geschichte, die besagt, der Beginn aller Kulturen sei die weibliche Kraft der Grossen Göttin gewesen. Im Mythos ist sie die einzige, unteilbare, die gebietet über Leben, Tod und Wiedergeburt. Bis ins Neolitikum, wo die patriarchalischen Strukturbildung, gipfelnd im Christentum die Göttin in die Drachin umdeuteten und sie schließlich zum Ungeheuer verkommen ließen, das es mit Lanze und Pfeil zu töten galt.

Die seit dem Bibeldruck mögliche Vereinnahmung von Meinungen breiter Massen von Menschen, gipfelte in linearen, rationalen Glaubensmodellen voller Gegensätze. Abgetrennt vom Quellbewusstsein, wurde die Kraft der Erde und des Kosmos aufgespalten und klassifiziert.
Die Frau kam schlecht weg damals, denn ihre Wollust und Fruchtbarkeit, ihre Fähigkeit der sternenfunkensprühenden Ekstase (nebst ihren offensichtlich nicht rational erfassbaren, intuitiv bis telepatischen Gaben) waren Anlass genug sie zu ächten. So führt uns die Alte Religion in den „Wissenskreis der Frau“ hinein und
heran, an die Legende vom Drachentöter, einem uralten Göttinnenkult, dem „Hieros Gamos“ (der heiligen Hoch-Zeit) - der Vereinigung der Göttinnen-Priesterin mit ihrem Heros.

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